Dopplereffekt

Wo schneidend sich der Ton verschärfte,
Schalldruck aggressiv zu Leibe rückte,
Ein Traum von Stille noch entzückte.
Wo Hochfrequenz einst schrecklich nervte,

Schreckt uns heut’ ein milder Klang.
Jetzt, da sich die Wellen glätten,
Wir gern das wilde Kreischen hätten –
Beruhigung hat bestürzenden Belang.

Allzu besorgt haben wir uns feige,
Zum Schutz die Ohren zugehalten,
Vor den akustischen Gewalten.

Ist uns geglückt, wir hör’n noch gut.
– Bleibt nicht ein leiser Ungemut,
Spät abends, am Bahnsteige?

© 2020 Christoph D. Hoffmann

Kommentare sind geschlossen.