Highbrow

Es gibt einen Hochmut, der so weit oben angesiedelt ist, dass die Herablassung, die er entlässt, auf ihrem langen Weg nach unten an Verletzungskraft verliert und den amüsierten Adressaten schließlich so milde trifft, dass eher dessen Humor und Selbstironie angesprochen werden, als dass sein Ehr- und Selbstgefühl konfrontiert würden. Von hoch oben herab mag manches Bonmot entstehen, mitunter ein hübscher Aphorismus sich bilden. Wir sehen Charme und Witz und finden’s reizend, statt uns von offensiver Arroganz gereizt zu fühlen.

Die rückt uns vielmehr auf Augenhöhe zu Leibe. Die Distanzlosigkeit des »Ins-Gesicht-sagen-wollens«, die Kraftmeierei der Oberhand, führt zu unbehaglichen Begegnungen auf flachem Gelände, in dem das Gefälle im Niveau erst hergestellt werden will.

© 2020 Christoph D. Hoffmann
Bildnachweise
Snooty wolf: Openclipart.

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