Der Gott ohne Eigenschaften

Thomas von Aquin neben dem hl. Sebastian – Basilika St. Maximin, Departement Var

►ST I, Quaestio 3◄
▷Über die Einfachheit Gottes.◁
Jemandem Einfachheit nachzusagen, gilt ja nicht gerade als besonders charmant. Der »einfache Mann von der Straße« weiß ein Lied davon zu singen. Den »Deus simplicissimus« zu feiern, mutet geradezu blasphemisch an. Doch finden wir in der ununterbietbaren Einfachheit Gottes das Gegenmodell zur »Zerstreuung« der gegenständlichen Welt.

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Take five!

Filippino Lippi: Triumph des hl. Thomas von Aquin über die Ketzer – Fresko in der Carafa-Kapelle (1489–1491) in Santa Maria sopra Minerva, Rom

►ST I, Quaestio 2◄
▷Über Gott: Ob Gott sei.◁
Warum sind es ausgerechnet »fünf Wege«, auf denen uns Thomas Gottes Existenz beweisen und die Denknotwendigkeit dieser Annahme »anprobieren« will? Würde sich das stärkste und überzeugendste Argument nicht stichhaltiger ausnehmen, als ein Beweispotpurri zur Selbstbedienung? Der eigentümliche Beweisanspruch der »probatio« verweist auf eine überraschende Antwort.

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Wehret dem Unsinn

Giovanni di Paolo: Die Lehrer der Weisheit im Paradies (Illustration 1442–1450 zu Dantes »Divina Commedia, Paradiso, Canto X«)

►ST I, Quaestio 1◄
▷Über die Heilige Lehre, wie sie beschaffen ist und worauf sie sich erstreckt.◁
Weder begründet die »sacra doctrina« die Offenbarung, noch rekonstruiert sie die Glaubensinhalte, die sich auf sie berufen. Es führt keine bündige Schlusskette hinauf ins Himmelsreich, gleichwohl ist die sacra doctrina dem vernünftigen Umgang mit dem Übervernünftigen gewidmet. Die Wahrheit kann und muss sie gar nicht sichern. Doch dem Unsinn kann und muss sie wehren!

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