Auch nur ein Mensch

Rücksichtsloser Moralismus kommt gerne vorausschauend daher. Die Unbedingtheit des Prinzips scheint von vorneherein die Stundung der Treue zu ihm zu rechtfertigen. »Eben auch nur ein Mensch« zu sein, reicht oft für eine auskömmliche Kreditlinie hin.◄

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Comme il faut

»Comme il faut« – Viel strenger als im Deutschen. Dem lapidaren Sachzwang des »wie es muss« gehorcht es sich freilich leichter, als gründelnden Fundamentalontologismen: dem konformistisch ’runterziehenden »Man« oder, schlimmer noch, dem vernehmenden Tiefsinn des »Es gehört sich.«◄

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Engagement

In jedem Engagement steckt das Wort »Gage«, und bestünde sie auch nur in solidarischem Schulterklopfen. – Der Gemeinschaft die Gemeinheit verweigern. – Lieber überkreuz statt angekreuzt. – Sich der Kollaborateursstimme enthalten und seine »Stimme aus dem Off« erhalten. – Es heißt »fick das System«, nicht »gründe eine Familie mit ihm.«◄

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Wilde Zivilehe

Bis in die Sechziger erschien uns Katholen die Zivilehe verwerflicher als Konkubinat und »wilde Ehe«. – (Ein köstlicher Beleg für das »Verbrechen der Ziviltrauung« in Hochwürden Don Camillo) – Unter diesem Gesichtspunkt kann ich die ganze Aufregung um die sogenannte »Homo-Ehe« nicht nachvollziehen.

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Kategorische Vegetarier

Moralisch gesinnten Vegetariern fehlt es an Geschmack. – Man mag nur einfach keine Blindverkostung. – Sehen können wollen, was auf den Teller kommt. – Die Ästhetik, nicht das kategorische Prinzip gibt uns Recht. – Insofern also doch eine ethische Angelegenheit.◄

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