Sei gerettet, Abendland!

Grablege Karl Martells in St. Denis

Grablege Karl Martells in St. Denis

Sei gerettet, Abendland! – Nicht ohne Grund hatte es IHM gefallen, den Leib eines levantinischen Flüchtlingskindes anzunehmen. – »Advent, Advent, die Krippe brennt«, gröhlt eine degenerierte Plebs, die sich in der atheistischen Pegida-Zone zusammengerottet hat. Stammelnde Analalphabeten, die den Genitiv zwischen ihren Beinen vermuten, besorgen das Abendland. Man ist geneigt, nostalgisch mit Karl Martell, dem Sachsenhammer, zu liebäugeln. Als sprichwörtlicher »Retter des Abendlandes« sollte der Hausmeier freilich heute wie einst nicht zuerst deshalb gelten, weil er 732 bei Tours und Poitiers den Mauren die Rückkehr gen Süden nahelegte, sondern weil er zuvor die Paganissimi, die ungleich bedrohlicheren Erzheiden, diese barbarischen Horden aus dem bildungsfernen Osten zur Ordnung gerufen hatte.

Weitaus weniger volksverhetzend und gewaltverherrlichend, sehr viel gelassener, charmanter und ZEIT-gemäßer nimmt sich die Anregung zum »Säxit« aus. Friede, Freude, Eierkuchen und den Menschen ein Wohlgefallen, doch rings herum eine einvernehmliche Einfriedung zur Güte – nennen wir sie »Dresdner Zwinger«, oder »Antifaschistischer Schutzwall« – könnte das Abendland durchaus beruhigen.

© 2020 Christoph D. Hoffmann
Bildnachweise
Karl Martell: Wikimedia

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