Wilde Zivilehe

Bis in die Sechziger erschien uns Katholen die Zivilehe verwerflicher als Konkubinat und »wilde Ehe«. – (Ein köstlicher Beleg für das »Verbrechen der Ziviltrauung« in Hochwürden Don Camillo) – Unter diesem Gesichtspunkt kann ich die ganze Aufregung um die sogenannte »Homo-Ehe« nicht nachvollziehen.

Ein, seit Anbeginn geringgeschätztes, profanes Rechtsinstitut wird erweitert, unterminiert, wie man sagt sogar an den Grundfesten erschüttert, in seiner Substanz zersetzt, und zugleich in seiner ganzen weltlichen Vorläufigkeit desavouiert. Ohne Ansehen der Person, gnadenlos sozusagen, erhalten alle Schwulen und Lesben, ebenso wie alle Profanisten und Standesamtler, die sich diese frivole zivilrechtliche Vertragsform zunutze machen, ausnahmslos ein kostenpflichtig nachverhandelbares »Lebenslänglich-light«, und ohne das geringste Aufgebot an homophober Feindseligkeit bliebe das überlebenslängliche Sakrament wie und was es immer war. – Mehr konnte, wollte und sollte unsereins doch wohl hoffentlich nicht im Sinn gehabt haben?!

© 2020 Christoph D. Hoffmann

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