Dinge des Lebens

Pieter Bruegel d. Ä.: Der Bauerntanz – Kunsthistorisches Museum, Wien
Pieter Bruegel d. Ä.: Der Bauerntanz – Kunsthistorisches Museum, Wien ⎜ 🔍 〖 〗

Highbrow

Hochnäsiger Hund

Es gibt einen Hochmut, der so weit oben angesiedelt ist, dass die Herablassung, die er entlässt, auf ihrem langen Weg nach unten an Verletzungskraft verliert und den amüsierten Adressaten schließlich so milde trifft, dass eher dessen Humor und Selbstironie angesprochen werden, als dass sein Ehr- und Selbstgefühl konfrontiert würden.

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Aficionados y Conquistadores

Caspar David Friedrich: Sonnenuntergang (Brüder) – Eremitage, Sankt Petersburg

Freundschaft wächst und gedeiht in der Aneignung und im Umgang mit einem Dritten, mit den Gegenständen gemeinsamer Begeisterung. Keine Freundschaft ohne Passion, die sich auf Gleiches richtet. Aficionados, leidenschaftliche Liebhaber des Selbigen, erfahren die Bestätigung ihrer selbst im selbstlos entäußernden Spiel über Bande.

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Schrumpfköpfe

Schrumpfköpfe in einem »Curiosity Shop« in Seattle.

»Shrinks« werden amerikanische Psychotherapeuten von ihren Opfern genannt. In den Untiefen ihrer geldwerten Seelen scheinen die das kostenpflichtig zu entlarvende Diminutiv, ein »briefing«, die Schrumpfform ihrer selbst zu vermuten. – Der amerikanische Traum in komplementärer Perspektive: auf der Therapiecouch wird der Millionär zum Tellerwäscher geshrinkt.◄

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Petitio principii

Metaphysische Requisiten: Man kann mit allem etwas anfangen. Erste Sätze gibt es wie Sand am Meer. Doch zu den letzten Dingen gelangen wir nur über erste Gewissheiten:

Liebe ist … – petitio principii.◄

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Afrikanische Spiele

Parade zum Tag von Camerone in Aubagne

Legio patria nostra – Eine neue Gralsidentität mit der stillschweigenden Unterstellung vorausgegangenen Scheiterns, die Mythen der Niederlage, die Beschwörung horrender Verluste, bei fast verächtlicher Indifferenz gegenüber Erfolg und Effizienz, all dies speist eine unwiderstehliche Apotheose des Verlierers.

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Himmelsmächte

Monica Argentina: Romy Schneider

Die hinreißende Schlussszene von Claude Sautets »César et Rosalie« zieht Hoffnung aus einem resignierten Fatalismus. Die Machtlosigkeit angesichts einer ausweglosen Lage eröffnet die Chance zu aussichtsreicher Kapitulation.

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Inferno der Seelenverwandschaft

Gustave Doré: Eingang zum Inferno

Sich mit »denen da« in einen Topf geworfen zu sehen, geht über Gesichtsverlust und Deklassierung weit hinaus. Es ist die Hölle! – Schluss mit splendid isolation! Finito mit den feinen Unterschieden! Vernichtend, diese Folter der Vergesellschaftung! – Die Hölle ist keine moralische Anstalt, sondern ein ästhetisches Institut!

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